Christianisierung Georgiens im 4. Jh.

Georgisches Engelfresko, Höhlenstadt Wardsia

Georgien gehört zu den ältesten christlichen Nationen der Welt. Nach Armenien, wo das Christentum bereits 301 zur Staatsreligion erhoben wurde, war Georgien das zweite Land, das den christlichen Glauben annahm.

Im Jahre 337 wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt und verdrängte damit die heidnischen Sonnenkulte. Archäologische Funde zeugen von der verbreiteten Verehrung des Schöpfergottes "Armasi", ähnlich dem Mithraskult im südlichen Nachbarland Persien.

Die Juden von Mzcheta

Jeder Pulsschlag in Jerusalem hallt in Mzcheta wider.

Patriarch Kirion II.

Jüdische Gemeinden in Georgien gab es seit der Zeit des babylonischen Exils im 6. Jh. v. Chr. und die Ereignisse um Christus im fernen Jerusalem drangen bis ins Kaukasusgebiet. Die Juden von Mzcheta standen in ständigem Kontakt zu Palästina, aus einer Chronik zum Leben der Juden in Mzcheta (Priester Abiatar) geht hervor, dass die georgischen Juden der Kreuzigung nicht zustimmten.

Elios von Mzcheta und Longinos von Karsna, so heißt es, waren nach Jerusalem gezogen zur Versammlung der Glaubensgelehrten, um die Geschichte Christi zu untersuchen. Weiter heißt es, dass Elios die "heilige Tunika" Christi erwarb und nach Mzcheta brachte, wo sie noch immer begraben liegen soll.

In den folgenden Jahren der Evangelienverkündung sollen die georgischen Juden eine Art Vermittlerfunktion zwischen den Vertretern des Alten und des Neuen Testaments erfüllt haben. Bereits im 1. Jh. entstanden urchristliche Gemeinden in Georgien, als Prediger werden namentlich die Apostel Andreas, Matthias und Simeon Zelotes genannt. Die erste georgische Bibel wurde vermutlich aus dem Hebräischen übersetzt (Pavle Ingorokva, Historiker).

Die Christianisierung Georgiens

Der bedeutendste Schritt zur Christianisierung Georgiens war die Bekehrung des Königs Mirian I. durch Nino (griech. Christiana) aus Kappadokien. Sie hatte die Erscheinung der Gottesmutter Maria, die ihr auftrug, das Land im Norden, "welches mir zugefallen ist" aufzusuchen, um dort das Evangelium zu verkünden.

Als Zeichen überreichte sie Nino ein Kreuz aus Weinreben. Das Kreuz, verbunden mit ihrem eigenen Haar, verhalf Nino zu zahlreichen Wundertaten und schließlich zur Heilung der georgischen Königin.

Am Ziel einer langen Reise wurde das "Lebenspendende Kreuz" zum zentralen Motiv der georgischen Christen. Ausgehend von der leuchtenden Gestalt der heiligen Nino, verbreitete sich das Christentum in Georgien rasch und wurde bereits im frühen vierten Jahrhundert zur Staatsreligion und ab dem 6. Jahrhundert von georgischen Mönchen aus Syrien, den sogenannten "13 Syrischen Vätern" in mehreren bedeutenden Klöstern kultiviert.