Sowjetrepublik Georgien 1921-1992

Propaganda Plakat Stalin vor Karte der Sowjetunion
Sowjetisches Propagandaplakat (Ausschnitt) aus dem Jahr 1951

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Rote Armee bereits die georgische Grenze überschritten. Am 25. Februar stürmte sie von drei Seiten die Hauptstadt und noch am gleichen Tag wurde die Georgische Sozialistische Sowjetrepublik ausgerufen.

Am 6. April 1921 wurde sämtlicher Grundbesitz in Georgien enteignet und verstaatlicht. Der georgische Staat wurde systematisch zerschlagen. Durch die grundlegenden territorialen Veränderungen verlor Georgien fast ein Drittel seines Staatsgebiets.

Artwin, Ardahan und Teile der Provinz Batumi wurden an die Türkei abgetreten, Armenien bekam das Gebiet um Lori. Aserbaidschan erhielt den Bezirk Zaqatala. Ein Teil der georgischen Grenzgebiete im Großen Kaukasus, inkl. Sotschi, wurde Russland einverleibt.

Divide et impera

Auf seinem Boden wurden ein autonomes Gebiet Südossetien, eine Abchasische SSR und eine Adscharische SSR eingerichtet. Im Dezember 1922 ging Georgien in der transkaukasischen Union (TFSSR) auf, zu der auch Armenien und Aserbaidschan gehörten. 1936 entstand die formal eigenständige Georgische SSR.

Dabei erzeugten die willkürlichen Auf- und Abwertungen national-territorialer Autonomien nach der bewährten Methode des "divide et impera", einen permanent schwelenden Konfliktherd, mit Folgen bis in die Gegenwart hinein.

Widerspruch wurde schon im Keim unterdrückt. Zwischen 1921 und 1924 wurden über 30.000 Georgier aus der politischen und sozialen Elite des Landes, erschossen oder deportiert.

Am 28. August 1924 kam es mit Unterstützung der Exilregierung aus Paris zum August-Aufstand gegen die sowjetische Besatzung. Stalin ließ den Aufstand niederschlagen und die Organisatoren hinrichten. 7.000 ihrer Anhänger wurden erschossen, mehrere zehntausend Menschen, darunter ganze Familien, nach Sibirien oder Zentralasien verbannt.

Obwohl Stalin sein Heimatland regelmäßig zur Erholung besucht haben soll, richtete sich seine brutale Unterdrückung nationaler Minderheiten mit besonderer Rücksichtslosigkeit gegen die Georgier. Den stalinistischen Säuberungen 1935–1938, 1942 und 1945–1950 fielen ca. 50.000 Georgier, zum Opfer. Unter ihnen die bedeutendsten Künstler, Literaten und Politiker.

Nach Stalins Tod kam es 1956 in Folge der Entstalinisierung zu einem erneuten Aufstand in Tbilissi, radikale Studenten forderten lautstark die staatliche Unabhängigkeit Georgiens. Mit Panzern rückte die Rote Armee im Zentrum Tbilisis auf und eröffnete das Feuer auf die Demonstranten.