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Natur Georgien

Schmetterlinge in Georgien
Foto: Georgia Insight

"Kein einziges Land in Europa besitzt eine so reiche Flora und Fauna wie Georgien. In keinem der europäischen Länder gibt es auf so kleinem Gebiet ein so vielfältiges Relief. Nirgendwo in Europa ist die Landschaft in einem so ursprünglichen Zustand erhalten geblieben wie in Georgien!"

Prof. Dr. MICHAEL SUCCOW, WWF-Experte



Die georgische Flora und Fauna, Europas größte Biodiversität

Georgien zeichnet sich durch kontrastreiche Natur und ungewöhnlich großen Reichtum seiner Flora und Fauna aus. Bis heute sind viele der abgeschiedenen Gebirgsregionen unberührt vom Zivilisationseinfluss geblieben. Es findet sich in Georgien die höchste Biodiversität Europas und auf seinem Breitengrad.

Eine Besonderheit ist die große Anzahl endemischer (nur hier vorkommender) Arten, die durch den natürlichen Schutzwall der Gebirge entstehen konnten. Zahlreiche Arten wurden während der letzten Eiszeit von den sich ausbreitenden Eismassen eingeschlossen und entwickelten sich abgeschnitten von Artgenossen in isolierten Regionen.

Daher finden sich in der Bergwelt des Großen Kaukasus schon auf kleinstem Raum einzigartige Biotope. Von 6.500 Pflanzenarten im Kaukasus gelten 1.600 als endemisch.


Pflanzen in Georgien

Flora Georgien
Gelber Rhododendron, Foto: Georgia Insight

Die Pflanzenvielfalt Georgiens erklärt sich bereits durch die Naturgegebenheit des Landes: Steppenwüste, Feuchtgebiete, Europas höchste Berge und Schwarzmeerküste auf einer Fläche von weniger als 70.000qm.

Die unterschiedlichen Landschaften schaffen sieben Klimazonen von subtropisch-feuchtem Klima im Westen bis hin zu einem trockenen und gemäßigten Kontinentalklima im Osten mit dem ganzen Spektrum der dazugehörigen Vegetation.

Die georgische Pflanzenwelt ist die mannigfaltigste und endemienreichste in ganz Europa. Man zählt 4.200 Arten der Wildgewächse und etwa 8.500 der sich über Sporen vermehrende Spezies.  

Es gibt über 50 Arten von Orchideen verschiedener Gattungen. 700 höhere Pflanzen aus dem Kaukasusraum stehen bereits als "selten" oder "vom Aussterben bedroht" auf der roten Liste.

Mehr als 40 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt, davon über 4 Prozent Urwald. Es gibt 400 verschiedene Baumarten, 60 davon sind endemisch und weitere 60 gelten als weltweit bedroht.

Zahlreiche Stammarten beliebter Blumen und Gartenpflanzen sind im Kaukasus zuhause: Rhododendren, Lilien, Pfingstrosen, Schwertlilien, Tulpen und Glockenblumen, Schneeglöckchen und Alpenfeilchen.

Ein Großteil der Kaukasus-Endemiten findet sich auch in den botanischen Gärten von Tbilisi und Batumi. Besonders prachtvoll und erwähnenswert seien hier die Wittmanns Pfingstrose (Paeonia dahurica ssp. Wittmanniana), die Kaukasus-Pfingstrose (Paeonia dahurica ssp coriifolia) und die Iberische Schwertlilie (Iris iberica).


Tiere in Georgien

Gazellen in Georgien
Kropfgazelle im Waschlowani Nationalpark, Foto: Georgia Insight

Die reiche, unberührte Natur bietet der Tierwelt vielseitigen Lebensraum. Man zählt etwa 150 heimische Säugetierarten, ein Fünftel davon gilt als endemisch. Es leben hier der Europäische Braunbär, das Indische Stachelschwein, Wölfe, Luchse, Streifhyänen, Goldschakale und im Naturschutzgebiet Waschlowani sogar ein Leopard.

Im unzugänglichen Felsgebirge trifft man zahlreiche äußerst seltene Huftiere wie die Bezoarziege, die kaukasische Gemse, der endemische Ost- und Westkaukasische Steinbock, das kaukasische Mufflon und die Kropfgazelle.

Eine weitere Besonderheit sind die auf nur 150 Individuen geschätzten, Europäischen Bisons. Von den 77 heimischen Reptilienarten, sind fast die Hälfte endemisch und zu den rund 200 hier vorkommenden Fischarten - ein Drittel endemisch - gehören sechs Störarten und der seltene Belugastör.


Vögel in Georgien

Vögel in Georgien
Kappenammer in Ostgeorgien, Foto: Georgia Insight

Mit 400 Arten ist der Kaukasus ebenfalls eines der vogelreichsten Gebiete Europas. Dauerhaft siedeln hier zahlreiche seltene Vögel wie der Halsbandfrankolin, das Chukarhuhn und das endemische Königshuhn, ferner besondere Greifvögel wie der Kaiseradler, Steinadler, Mönchsgeier, Bartgeier und Schmutzgeier.

Zwei Hauptflugrouten der Zugvögel führen von Eurasien nach Afrika über den Kaukasus, die eine entlang der kaspischen, die andere entlang der Schwarzmeerküste. Im Frühling und im Herbst kann man in den Sümpfen der Küstengegend bei Batumi oder Poti Millionen von Zugvögeln beobachten.


Birdwatching Georgien

Ein beträchtlicher Teil von ihnen überwintert in Georgien. Die Kolchische Niederung – schon seit einigen Jahren zum Nationalpark erklärt – bildet daher ein besonders begehrtes Reiseziel für Ornithologen und Vogelliebhaber aus der ganzen Welt.

In der südgeorgischen Provinz Dschawachetien liegt auf etwa 2.000m Höhe ein karges und geheimnisvoll schönes, vulkanisches Plateau. Die darauf verstreuten Süßwasserseen bieten einer großen Anzahl von Wasser- und Singvogelarten Lebensraum. Hier finden sich sogar Kolonien von Pelikanen. Weite Gebiete stehen inzwischen unter Naturschutz.

Der mit deutscher Planung und Unterstützung geschaffene Nationalpark Borjomi-Kharagauli in Zentral Georgien bietet inzwischen für Touristen und Wissenschaftler attraktive Möglichkeiten, auf zahlreichen Wanderrouten, mit Rucksack oder Packpferden die abwechslungsreichen Bergwälder des Kleinen Kaukasus zu erkunden.

Die beste Reisezeit für Vogelbeobachtungen ist der zweiten Maihälfte. Zu dieser Zeit sind die meisten Vögel noch auf kleiner Höhe zu erleben. Später ziehen sie weiter auf 3.000-4.000m und man kann sie nur in mehrtägigen Exkursionen aufspüren.

Quellen:
WWF Bericht: PROJEKT KAUKASUS 2008, WWF Bericht: INOVATIONS REPORT 2001


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>> Amphibien in Georgien und Kaukasus (PDF, auf Englisch)

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