Regionen in Georgien

Georgien ist mit knapp 70.000 km² kaum größer als Bayern und bildet einen Flickenteppich verschiedener Regionen. Seit Jahrtausenden leben hier eine ganze Anzahl verwandter und doch sehr unterschiedlicher Völkerschaften nebeneinander, die sich einheitlich als Georgier verstehen und deren historische Provinzen größtenteils noch heute in den Verwaltungsgrenzen ersichtlich sind.

Die kartwelischen Völker

Die bekanntesten Regionen Georgiens sind im Osten Kachetien und Kartlien, im Westen Imeretien, Gurien und Adjarien, im Süden Samzche-Dschawachetien und im Norden Swanetien, Chewsuretien und Tuschetien.

Ihnen allen gemeinsam ist die kartwelische Sprache und die frühe Entwicklung der polyphonen Musik. Das Christentum hat sich seit dem frühen vierten Jahrhundert ausgebreitet. Regional sehr unterschiedliche Architekturstile und Freskenschulen brachten es zu hoher Meisterschaft. Die Jahrtausende lange Auseinandersetzung mit den Großreichen der Nachbarländer (Perser, Mongolen und Araber) haben die georgischen Völker einander näher gebracht. Kartwelische Staatsgebilde bestanden nachweislich seit dem 8. Jahrhundert v. Chr.

Die Söhne Noahs

Wenige Kilometer südlich von Georgien, auf dem Gebiet der heutigen Türkei, liegt der Berg Ararat, legendärer Landeort der Arche. Wie geschichtliche Quellen aus dem 11. Jh. berichten, leiten die Georgier ihre Herkunft vom biblischen Stammvater Kartlos ab, dem Sohn des Targamos / Thogarma, der ein Urenkel Noahs war.

Großreiche Iberien und Kolchis

Kartwelische Stämme werden bereits im 12. Jh. v. Chr. von assyrischen Keilinschriften erwähnt. Im 4. Jh. v. Chr. entstand im Osten des heutigen Georgiens der mächtige Staat Iberien, bekannt auch als „Kartlien“, da sich seine Bewohner selbst "Kartweli" nannten. Die heutige georgische Bezeichnung für Georgien lautet "Sakartwelo" (engl. Sakartvelo), Ort der Kartweler.

Regionale Unterschiede

Noch heute kann man bedeutende Unterschiede im Charakter der Bewohner aus den verschiedenen Regionen Georgiens erleben. Die stoischen Ruhe der Bewohner Ratschas, die quirlige Lebendigkeit der Gurier, der harte Stolz der Swanen oder die kokette Leichtigkeit der Adscharen.

Den schönsten Ausdruck finden diese regionalen Unterschiede in der georgischen Folklore. Die georgischen Volkslieder und ausdrucksstarken georgischen Tänze spiegeln den Charakter der landschaftlich sehr unterschiedlichen Regionen in ihrer ganzen Vielfalt wider.