Dmanissi ist heute ein verschlafenes Dorf, und nur Ruinen bezeugen, dass Dmanissi im Mittelalter ein bedeutender und reicher Handelsstützpunkt war.

Die Stadt Dmanissi wurde im 5. Jahrhundert gegründet und hatte seine Blütezeit im 12. Jahrhundert. Zwei Routen der alten Seidenstraße führten mitten durch Georgien, eine davon durch Dmanissi. Der Ort lag strategisch günstig auf einem Plateau zwischen zwei Schluchten, was einen natürlichen Schutz vor feindlichen Angriffen bot. Wer hier regierte, der hatte die Kontrolle über ganz Niederkartlien.

Im 14. Jahrhundert, als das Mongolenheer unter Temur Lenk große Teile von Georgien verwüstete, wurde auch Dmanissi zerstört. Da die Seidenstraße in dieser Zeit durch die Entdeckung der Seeroute an Bedeutung verlor, gab es keine Notwendigkeit, die Stadt wieder aufzubauen.

Dieser Bergrücken hat zwar keine Siedlungskontinuität, war aber seit dem Zeitpunkt vor 1,77 Millionen Jahren mindestens dreimal bewohnt. Archäologen haben hier nicht nur Msia und Seswa sowie fünf weitere Exemplare des Frühmenschen gefunden, sondern auch an gleicher Stelle eine Siedlung aus der Bronzezeit. Zu Beginn der 1980er Jahre stieß man bei Ausgrabungen der mittelalterlichen Stadt auf Funde aus der Bronzezeit und später auf Tierknochen. 1991 entdeckte man Fragmente menschlicher Schädel. 1999 kam dann nach einem Regenguss die Schädelkalotte des ersten Menschen zum Vorschein.

Die Einordnung des Dmanisi-Hominiden beschäftigt seitdem die Wissenschaft. Zuerst wurden die Funde als Homo Erectus eingeordnet. Dagegen sprach das Gehirn, dass für einen solchen zu klein war, und das Fehlen höher entwickelter Werkzeug. Später wurde der Begriff Homo Georgicus geprägt. Im Jahr 2008 setzte sich der Begriff Dmanisi-Hominid durch und erfolgte wieder die Einordnung als Homo Erectus.

Heute zeugen nur einige wenige Ruinen der Festung und Bänder von dem regen Treiben, das damals hier geherscht haben muss.

Ausgrabungen seit 1931 stießen auf Funde aus der Bronzezeit und im Jahr 1991 auf den sensationellen Fund von 1,8 Mio Jahre alten homininen Fossilien, und damit auf den ersten Nachweis der Gattung Homo außerhalb Afrikas.

Anhand der Schädelfunde wurden die Köpfe eines Mannes,einer Frau und die Figur eines jungen Mädchens rekonstruiert und in Wachs plastiziert. Von den Einheimischen liebevoll "Seswa" und "Msia" und "unser Mädchen" genannt, geben sie einen ungefähren Eindruck, wie die "ersten Europäer" ausgesehen haben könnten.

Ältere Funde sind nur in Afrika gemacht worden, so dass die Dmanissi Menschen - von den Einheimischen liebevoll Seswa und Msia genannt- als die ältesten Europäer gelten.

Die Kirche am Eingang der Burganlage stammt aus dem 8.- 9. Jh, ein kleiner Portikus wurde später an die Westseite angebaut, die herrlichen Steinmetzarbeiten aus dem 13. Jh.

Dmanissi - Fotos

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Dmanissi - Lage